Schallaufzeichnung auf Magnetband

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Schallaufzeichnung auf  
Magnetband

Eine einfache Darstellung des 
Prinzips der magnetischen 
Schallaufzeichnung 

AGFA GEVAERT

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Aus einer Broschüre der AGFA-GEVAERT AG LEVERKUSEN, 1965

Die Aufnahme

Bei der magnetischen Schallaufzeichnung werden Schallwellen, wie Musik, Geräusche oder das gesprochene Wort, auf einem Magnetband festgehalten und können jederzeit beliebig oft wiedergegeben werden. Nach Löschung kann das Magnetband immer wieder neu bespielt werden. Zunächst ist es erforderlich, die Schallwellen mit Hilfe eines Mikrofons in elektrische Schwingungen umzuwandeln, die dann über einen Verstärker einem Tonkopf zugeführt werden. 

Abbildung 1

Abb. 1

Der Tonkopf in einem Tonbandgerät ist ein Elektromagnet, der aus einer um einen Eisenkern gewickelten Spule besteht. Fließt durch diese Spule ein Strom, so wird der Eisenkern magnetisch. An seinen Enden entstehen magnetische Pole, aus denen magnetische Kraftlinien austreten. Der Eisenkern ist so gestaltet, dass sich die beiden Pole, wie aus der Abbildung 1 ersichtlich, dicht gegenüberliegen. Aus dem so gebildeten Spalt treten diese Kraftlinien aus. Führt man nun an diesem Spalt ein mit einer magnetisierbaren Eisenoxidschicht versehenes Tonband vorbei, wird dieses im Rhythmus der elektrischen Schwingungen magnetisiert.
In der Abbildung 2 sind die Schallwellen als Kurven dargestellt. Den Abstand von einem Scheitelpunkt bis zum nächsten nennt man Wellenlänge. Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde ist die Frequenz. Je höher die Frequenz, desto kürzer ist die Wellenlänge. Für jede Wellenlänge entstehen bei der Aufnahme auf dem Magnetband zwei kleine Magnete mit je einem magnetischen Nord- und Südpol, die sich, wie aus der Abbildung zu erkennen, aneinander reihen. Auf dem Scheitelpunkt einer Schwingung stehen sich jeweils zwei gleichartige Magnetpole gegenüber. An dieser Stelle erfolgt die stärkste Magnetisierung.
Wie in der Mitte der Abbildung 2 gezeigt wird, erscheinen die Stoßpunkte der Pole als Sprossen. Je kleiner die Wellenlänge - je höher die Frequenz - desto kürzer sind die Magnetstäbe, und um so dichter rücken die Sprossen aneinander. 

Abbildung 2

Abb. 2

In Abbildung 3 hat man eine Aufzeichnung auf Magnetband mit Hilfe einer Suspension von fein verteiltem Eisenpulver sichtbar gemacht. Setzen wir voraus, dass die drei Aufzeichnungen mit der gleichen Bandgeschwindigkeit gemacht worden sind, so wurde - von oben nach unten gesehen - die Frequenz jeweils verdoppelt. Der Abstand der Sprossen wird also jeweils um die Hälfte kleiner. Würde man die gleiche Frequenz mit drei verschiedenen Bandgeschwindigkeiten, 19, 9,5 und 4,75 cm/sec, aufzeichnen, so würden die Sprossen genauso immer dichter aneinanderrücken. Also: Frequenz und Bandgeschwindigkeit bestimmen den Abstand der Sprossen voneinander.
Bei der magnetischen Schallaufzeichnung werden jedoch nicht nur gleichförmige Schwingungen, wie beispielsweise bei einer Stimmgabel, aufgezeichnet, sondern Frequenzgemische. Die Abbildung 4 zeigt die Schwingungsformen des gleichen Tones verschiedener Instrumente.
Für eine originalgetreue Wiedergabe müssen die Schwingungen möglichst formgetreu aufgezeichnet werden. Dazu wird bei der Aufnahme in der Praxis die Tonfrequenz mit einer unhörbaren Hochfrequenz (zwischen 40 und 80 kHz) - der sogenannten Vormagnetisierung - überlagert. Dadurch werden sowohl die Verzerrungen als auch das Rauschen verringert.

Abbildung 3

Abb. 3

Das Rauschen eines Tonbandes, das besonders in den Pausen einer Tonaufzeichnung hörbar wird, ist dadurch bedingt, dass die feinen Eisenoxidteilchen auch ohne Aufzeichnung einen geringen Magnetismus besitzen, der im Tonkopf eine Rauschspannung erzeugt. Erst durch die Einwirkung der unhörbaren Vormagnetisierungsfrequenz wird dieses Rauschen nicht mehr wahrnehmbar.

Die Verzerrungen bei der magnetischen Schallaufzeichnung entstehen dadurch, dass die Magnetisierung des Bandes nicht im gleichen Verhältnis wie der durch den Tonkopf fließende Strom zunimmt, sondern zunächst langsamer und dann mit dem Strom proportional ansteigt, d. h. geradlinig wird. Schließlich wird mit weiter steigendem Strom die Zunahme der Bandmagnetisierung immer geringer, bis sie einen Sättigungszustand erreicht und auch bei weiter steigendem Strom keine Erhöhung der Magnetisierung mehr zur Folge hat. Dieser Vorgang wird in Abbildung 5 als Remanenzkurve dargestellt, wobei man unter Remanenz die auf dem Band nach Verlassen des Tonkopfes verbleibende Magnetisierung versteht.


Abbildung 4

Abb. 4

Durch die Vormagnetisierung wird die Tonaufzeichnung in den geradlinigen Teil der Remanenzkurve verlagert. Damit werden die Verzerrungen so gering, dass sie bei richtiger Aussteuerung unhörbar sind.


Abbildung 5

Abb. 5

Die Aussteuerbarkeit und damit Übersteuerungssicherheit des Bandes ist um so besser, je länger der geradlinige Teil der Remanenzkurve ist. AGFA-GEVAERT verwendet für alle Amateurbänder ein eigens von den Farbenfabriken Bayer entwickeltes Spezialeisenoxid, das eine besonders hohe Aussteuerbarkeit des Langspiel-Bandes PE 31 und eine sehr gute Aussteuerbarkeit des Doppelspiel-Bandes PE 41 ermöglicht.
Wenn einmal bei der Aufnahme an Fortissimostellen der Aussteuerungsmesser eine gewisse Übersteuerung anzeigt, wird diese in der Regel von den genannten Agfa Magnettonbändern ohne hörbare Verzerrung "geschluckt". Bei normaler Aussteuerung zeichnen sich diese Bänder durch einen besonders niedrigen Klirrfaktor aus (prozentualer Anteil der dritten Oberschwingung). Dieser beträgt beispielsweise beim PE 31 bei Aussteuerung auf den genormten Bezugspegel 1,1 %. Als zulässig wird bei Amateuraufnahmen ein Klirrfaktor bis zu 5 % angesehen.
Bei jeder Neuaufnahme wird das Band durch einen unmittelbar vor dem Aufnahmekopf angeordneten Löschkopf mit einem Hochfrequenzstrom automatisch gelöscht. Das Band wird, wie die Abbildung 6 zeigt, durch die sich mit konstanter Drehzahl rotierende Tonachse, von der Abwickelspule über den Lösch-, Aufnahme- und Wiedergabekopf zur Aufwickelspule transportiert. Dabei sorgt die Tonachse außerdem für den konstanten Gleichlauf des Bandes.


Abbildung 6

Abb. 6 

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Die Wiedergabe

 
Bei der Wiedergabe wird das magnetisierte Tonband, wie aus Abbildung 6 ersichtlich, wieder an demselben oder auch an einem separaten Wiedergabekopf vorbeigeführt. Durch die, aus dem magnetisierten Band austretenden Kraftlinien (siehe Abb. 2) wird in der Spule des Wiedergabekopfes eine Spannung induziert, die im Rhythmus der aufgezeichneten Frequenz schwankt. Diese Spannung wird zur Wiedergabe über einen Verstärker einem Lautsprecher zugeführt. Wie aus Abbildung 2 ebenfalls deutlich wurde, besteht eine Schwingung auf dem Tonband (Wellenlänge) aus zwei Magnetstäben. Der Spalt des Magnetkopfes muss kleiner als eine Wellenlänge sein, weil sich sonst Nordpole und Südpole der Magnetstäbe vor dem Kopfspalt aufheben und somit keine Spannung mehr induziert wird (Abb. 7).


Abbildung 7

Abb. 7 

Daraus ergibt sich, dass die Höhe der Frequenz, die wiedergegeben werden kann, von der Geschwindigkeit und der Spaltbreite des Tonkopfes abhängt. Die Wellenlänge auf einem Band wird nach folgender Formel ausgerechnet:

                                 Bandgeschwindigkeit
                                 -------------------------------    = Wellenlänge
                                          Frequenz

Der Spalt eines Wiedergabekopfes, der die angegebenen Frequenzen wiedergeben soll, muss daher kleiner sein als die genannten Wellenlängen. Die in den meisten Amateurgeräten verwendeten Tonköpfe haben eine Spaltbreite von 3-4 um. Mit so einem Tonkopf lassen sich bei 9,5 cm/sec Bandgeschwindigkeit Frequenzen bis etwa 15 000 Hz wiedergeben.
Mit einem Tonkopf, der eine geringere Spaltbreite besitzt, kann man also bei gleicher Bandgeschwindigkeit noch höhere Frequenzen wiedergeben. Leider hat ein Tonkopf mit einem zu extrem schmalen Kopfspalt, wenn er gleichzeitig als Sprechkopf benutzt wird, bei der magnetischen Schallaufzeichnung auch Nachteile.
Wie Abbildung 8 zeigt, treten aus einem schmalen Kopfspalt die Kraftlinien nicht so weit heraus wie bei einem breiten. 


Abbildung 8

Abb. 8

Bei einer zu geringen Spaltbreite würde also die Schicht des Bandes nicht mehr genügend durchmagnetisiert; dadurch erhält man bei der Wiedergabe eine schlechtere Dynamik. Dynamik ist das Verhältnis der erreichbaren Nutzspannung (Ton) zur vorhandenen Störspannung (Rauschen).
Die Eindringtiefe der Aufzeichnung ist jedoch außer von der Spaltbreite des Sprechkopfes auch noch von anderen Faktoren abhängig, die wir hier nicht näher erläutern wollen.
Leider werden bei der magnetischen Schallaufzeichnung nicht alle Frequenzen (Wellenlängen) mit der gleichen Intensität aufgezeichnet und wiedergegeben.
In dem in Abbildung 9 abgebildeten Diagramm wird die Wirksamkeit der Schichtdicke eines Bandes in Abhängigkeit von der Wellenlänge gezeigt. Auf der linken Seite ist die Schichtdicke von 0 bis 10 um aufgetragen, auf der Unterkante die Wellenlänge in um, darunter die Maßstäbe für die einzelnen Frequenzen bei 19, 9,5 und 4,75 cm/sec Bandgeschwindigkeit. Anhand der eingezeichneten Kurve sieht man, dass z. B. bei einer Frequenz von 10 kHz bei 19/sec noch eine Schichtdicke von etwa 3 um wirksam ist, bei 9,5 cm/sec und 10 kHz noch eine Schichtdicke von etwa 1,5 um, bei 4,75 cm/sec und 10 kHz nur noch eine Schichtdicke von 0,7 um. Man kann also hieraus ersehen, dass bei hohen Frequenzen nur die Oberfläche des Bandes beteiligt ist, während bei niedrigen Frequenzen eine größere Schichtdicke wirksam ist.
Dieser Vorgang wird durch die Abbildung 10 anschaulich dargestellt. Bei längeren Wellenlängen treten magnetische Kraftlinien auch aus tieferen Bereichen der Schicht des Tonbandes aus, während bei sehr kurzen Wellenlängen nur die Oberfläche beteiligt ist. 


Abbildung 9

Abb. 9

Daraus folgt, dass die Wiedergabespannung bei hohen Frequenzen kleiner ist als bei tiefen. Sie ist um so niedriger, je kleiner die Bandgeschwindigkeit ist.
Für eine gute Tonqualität ist es jedoch erforderlich, dass alle Frequenzen mit gleicher Intensität wiedergegeben werden. Um einen solchen geradlinigen Frequenzgang zu erzielen, müssen die hohen Frequenzen bei der magnetischen Schallaufzeichnung mehr verstärkt werden als die niedrigen.

Abbildung 10

Abb. 10

In der folgenden Abbildung 11 ist diese Höhenanhebung dargestellt.


Abbildung 11


Abb. 11

Man nennt diese Höhenanhebung in der Fachsprache Entzerrung. Die Entzerrung hat jedoch nichts mit der bereits erwähnten Verzerrung (Klirrfaktor) zu tun. Die bei den einzelnen Bandgeschwindigkeiten erforderliche Höhenanhebung, die, wie aus den Abbildungen 9 und 10 ersichtlich, umso größer sein muss, je niedriger die Bandgeschwindigkeit ist, kann man nun sowohl bei der Aufsprache, als auch bei der Wiedergabe vornehmen. Um eine höchstmögliche Qualität bei der magnetischen Schallaufzeichnung zu erzielen, verteilt man die Höhenanhebung auf Aufnahme und Wiedergabe. Würde man nämlich die Anhebung nur bei der Aufsprache vornehmen, so würde man bei hohen Frequenzen das Tonband übersteuern. Legt man die gesamte Aufsprechüberhöhung nur in die Wiedergabe, so verstärkt man auch das im oberen Frequenzbereich liegende Verstärker- und Bandrauschen. Man wählt daher einen günstigen Kompromiss: Damit man bespielte Bänder auf verschiedenen Geräten abspielen kann, d. h. also die Wiedergabequalität beim Austausch von bespielten Bändern gleich ist, hat man die Anhebung im Wiedergabeverstärker genormt. Es gibt heute zwei allgemein gebräuchliche Entzerrungen, und zwar nach CCIR (Comité Consultatif International des Radiocommunications) bei der etwa 25 % der Höhen im Aufsprechverstärker und 75 % im Wiedergabeverstärker angehoben werden, und nach NARTB (National Association of Radio and Television Broadcasters), bei der die Höhen etwa je zur Hälfte im Aufsprech- und Wiedergabeverstärker angehoben werden.

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Halbspur- und Viertelspurtechnik

Die Spurbreite spielt bei der Aufzeichnung der hohen Frequenzen, wie fälschlicherweise von Amateuren häufig angenommen wird, keine Rolle. Die Breite der auf dem Band aufgezeichneten Tonspur hat andere Einflüsse auf die Wiedergabequalität, die wir jetzt im einzelnen erläutern wollen.

Abbildung 12

Abb. 12

Wir haben in dieser Abbildung zwei sichtbar gemachte Aufzeichnungen in Halbspur- und in Viertelspurtechnik abgebildet. Die Spurbreite bei der Halbspuraufzeichnung beträgt etwa 2 mm, bei der Viertelspuraufzeichnung etwa 1 mm. Es wird bei Betrachtung dieser Abbildung sicherlich klar, dass von einer 1 mm breiten Spur bei gleicher Intensität der Aufzeichnung nur die Hälfte der Spannung im Wiedergabekopf induziert wird wie bei einer 2 mm breiten Spur. Um nun die gleiche Lautstärke zu erzielen, muss man also bei der geringeren Spurbreite diesen Lautstärkenunterschied durch den Wiedergabeverstärker ausgleichen. Dass man bei einer größeren Verstärkung natürlich auch die Störspannung (Rauschen) mit anhebt, lässt sich leider nicht vermeiden. Um nun bei der Viertelspurtechnik etwa die gleiche Wiedergabequalität wie bei der Halbspurtechnik zu erzielen, haben die Apparate-Hersteller bei den Viertelspurgeräten häufig die Qualität der Verstärker erhöht. Treibt man jedoch den gleichen Aufwand auch bei einem Halbspurgerät, bleibt der Unterschied der gleiche. Ein Problem bei der Viertelspurtechnik sind die gefürchteten Aussetzer, vom Fachmann dropouts genannt. Diese entstehen meist durch sekundäre Verschmutzung. Alle Agfa Magnetonbänder PE 31, PE 41 und PE 65 sind oberflächenveredelt und garantieren im Neuzustand eine dropoutfreie, qualitativ hochwertige Aufzeichnung, auch bei der Viertelspurtechnik.
Welche Auswirkung eine Verschmutzung durch ein Staubkorn auf die Wiedergabequalität haben kann, zeigt Abbildung 12 recht anschaulich: An den mit einem Pfeil gekennzeichneten Stellen befand sich während der Aufnahme ein Staubkorn. Das Band wurde vom Tonkopf abgehoben und die Aufnahme beeinträchtigt. Während bei der Halbspuraufzeichnung etwa zwei Drittel erhalten bleiben, so dass bei der Wiedergabe nur eine geringe Lautstärkenverminderung eintritt, die das Ohr im allgemeinen toleriert, wird bei einem Staubkorn gleicher Größe bei der Viertelspuraufzeichnung an dieser Stelle fast die ganze Aufnahme unterbrochen. Die Wiedergabequalität bei der Viertelspurtechnik wird also durch sekundäre Verschmutzungen wesentlich stärker beeinträchtigt als bei der Halbspurtechnik.
Je länger der Ton an einer Stelle aussetzt, desto stärker wird dieser Fehler vom menschlichen Ohr wahrgenommen. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, für die Viertelspurtechnik sehr geschmeidige Bänder zu verwenden.
Die Abbildung 13 veranschaulicht sehr deutlich, welchen Einfluss die Geschmeidigkeit eines Bandes auf das Ausmaß einer durch ein Staubkorn verursachten Störung hat.

Abbildung 13


Abb. 13

Links im Bild wird das relativ steife Tonband durch ein Staubkorn auf einer wesentlich größeren Fläche vom Tonkopf abgehoben, als die Größe des Staubkorns selbst ausmacht. Auf der rechten Abbildung sieht man, wie ein Staubkorn von einem besonders geschmeidigen Band umschlossen wird; dadurch verringert sich die Störung wesentlich.


Abbildung 14

Abb. 14

Maßgebend für die Qualität einer Aufzeichnung, besonders bei der Viertelspurtechnik, ist also die Geschmeidigkeit eines Bandes. Alle Agfa Magnettonbänder werden aus doppelt vorgerecktem Polyester hergestellt, einem Material, das sich durch ungewöhnlich große Geschmeidigkeit auszeichnet. Die Schicht besteht aus einem Polyester-Urethan-Lack, der das besonders feinteilige Eisenoxid enthält. Durch die Verwendung von Polyester-Unterlage und Polyester-Lack, zwei chemisch gleichartigen Stoffen, wird die Geschmeidigkeit noch wesentlich erhöht. Es sollten daher bei Viertelspurtechnik möglichst dünne Bänder verwendet werden. Ideal hierfür ist das Doppelspiel-Band PE 41 mit einer Gesamtdicke von nur 26 um oder PE 65 Triple Record, mit einer Gesamtdicke von nur 18 um das geschmeidigste Agfa Magnettonband überhaupt. Um eine Vorstellung zu geben, wie dünn dieses Band ist, wurden in Abbildung 14 unter einem Messmikroskop drei übereinandergelegte PE 65 Triple Record-Bänder im Verhältnis zu einem menschlichen Haar aufgenommen.
Die Geschmeidigkeit eines Bandes lässt sich leicht prüfen. Man muss hierzu nur Bandstücke gleicher Länge über einen Bleistift hängen und kann so anhand der Krümmungsradien sofort feststellen, welches das geschmeidigste Band ist (Abb. 15).



Abbildung 15


Abb. 15

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Das Tonband

Alle heute gebräuchlichen Tonbänder bestehen aus einer Unterlage, auf die eine magnetisierbare Schicht aufgetragen wird. Nach dem 2. Weltkrieg wurden auch sogenannte Massebänder hergestellt. Bei diesen Bändern war das magnetische Eisenoxid in den Kunststoff eingebettet. Diese Massebänder hatten jedoch so große Nachteile, dass man heute allgemein nur noch Schichtbänder verwendet.

Da die Unterlage eines Tonbandes für die Qualität von außerordentlich großer Bedeutung ist, wollen wir zunächst einmal die Eigenschaften der verschiedenen Folien betrachten. Die aller ersten Tonbänder wurden auf einer Unterlage aus Papier hergestellt. Sehr bald zeigte sich jedoch, dass dieses Material wegen seiner sehr geringen Festigkeit für diesen Zweck ungeeignet war. Man ging dann sehr schnell zu einer Kunststoff-Folie aus Acetylcellulose über, dem Kunststoff, aus dem bis heute fast alle photographischen Filme, und von vielen Erzeugern der Welt auch noch Tonbänder hergestellt werden.
Leider hat Acetylcellulose den Nachteil, dass sie hygroskopisch ist, d. h. sie nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf, was zur Verdehnung bei den sehr dünnen Tonbändern führen kann. Sie trocknet in warmen Räumen schnell aus und wird dadurch spröde und sehr empfindlich gegen Knick- und Kantenverletzungen. Außerdem ist die Reißfestigkeit mit 9 kg pro m² Querschnitt nicht besonders hoch, so dass die Bänder bei etwas größerer Beanspruchung leicht reißen. Aus all diesen Gründen stellt AGFA-GEVAERT schon seit über zehn Jahren keine Amateurbänder aus Acetylcellulose mehr her.
Ein weiterer Kunststoff, den man heute für Tonbänder verwendet, ist Polyvinylchlorid, kurz PVC genannt. Dieses Material ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und hat eine höhere Festigkeit. Wegen der geringen Wärmebeständigkeit wird auch dieser Kunststoff für die Herstellung der Agfa Magnettonbänder nicht mehr verwendet.

Alle Agfa Magnettonbänder haben eine Unterlage aus doppelt vorgerecktem Polyester, d. h., dass vor der Beschichtung die Folie in Längs- und Querrichtung gereckt wird. Dadurch erhält sie die äußerst hohe Reißfestigkeit von 30 kg pro Quadratmillimeter. Ein Reißen oder Verdehnen des Tonbandes ist auch bei robuster Behandlung so gut wie ausgeschlossen. Dieser Punkt ist besonders wichtig, da eine Verdehnung eines bespielten Bandes sofort eine Tonhöhenschwankung hervorrufen würde, die das menschliche Ohr als Jaulen wahrnehmen würde. Polyester ist außerdem völlig unempfindlich gegen Feuchtigkeit, sowie gegen Hitze und Kälte. Es wird selbst bei - 700 C° nicht spröde und der Erweichungspunkt liegt bei + 220 Grad Celsius. Auch bei starker Sonneneinstrahlung, hoher Gerätetemperatur oder bei Betrieb in geschlossenen Schränken wird das Polyesterband nicht an den Kanten wellig.
Genauso entscheidend für die Bandqualität sind die Eigenschaften des Lackbindemittels, mit dessen Hilfe das magnetische Eisenoxid auf der Unterlage verankert wird. AGFA-GEVAERT verwendet hierfür einen eigens von den Farbenfabriken Bayer entwickelten und auch patentrechtlich geschützten Polyester-Urethan-Lack, der chemisch der Polyester-Unterlage entspricht. Dadurch zeichnen sich alle Agfa Magnettonbänder durch eine besonders hohe Geschmeidigkeit aus, die nicht nur, wie schon erwähnt, sehr wichtig bei der Viertelspurtechnik ist, sondern durch den engen Kontakt zwischen Tonkopf und Band eine besonders gute Wiedergabe der hohen Frequenzen bewirkt.

Der Polyester-Urethan-Lack besitzt außerdem eine ungewöhnlich hohe Abriebfestigkeit, wodurch ein Verschmutzen der Tonköpfe vermieden wird. Versuche mit einer Endlosschleife haben ergeben, dass ein Agfa Magnettonband selbst nach sieben Millionen Umläufen noch brauchbar war. Das bedeutet für den Tonbandamateur praktisch unbegrenzte Haltbarkeit. Weiterhin sorgt eine Oberflächenveredlung der Bänder für eine sehr glatte Oberfläche. Dadurch werden die wertvollen Tonköpfe besonders geschont.
Der wichtigste Bestandteil für die Eigenschaften eines Bandes ist das Pigment, also das magnetische Eisenoxid. Dieses wird in einem sehr komplizierten Fabrikationsvorgang aus dem unmagnetischen einfachen Eisenoxid, dem Rost, gewonnen. AGFA-GEVAERT verwendet für die Herstellung der Agfa Magnettonbänder ein besonders feinteiliges Eisenoxid, das für diesen Zweck von den Farbenfabriken Bayer hergestellt wird. Dieses Eisenoxid besteht aus feinsten nadelförmigen Kristallen, die noch während der Beschichtung in Längsrichtung zum Band magnetisch ausgerichtet werden. Dadurch kommen die hervorragenden magnetischen Eigenschaften des Pigments voll zur Geltung (Abbildung 16).

Die einzelnen Kristalle sind so unvorstellbar klein, dass sich auf einem einzigen Quadratmillimeter Tonband 40 Millionen davon befinden. Ähnlich wie ein besonders feinkörniger Film eine geschlossene Oberfläche auch bei starker Vergrößerung ermöglicht, zeichnet sich das Agfa Magnettonband durch das sehr feinteilige Eisenoxid auch bei großer Lautstärke an Pianissimostellen durch ein besonders geringes Eigenrauschen aus. Dieses spezielle Eisenoxid ist außerdem die Ursache für die anfangs erwähnte Übersteuerungssicherheit.

Abbildung 16


Abb. 16

Zum Schluss ist noch zu erwähnen, dass die Bandqualität sehr wesentlich von der Gleichmäßigkeit der Beschichtung abhängt. Hier kommt dem Agfa Magnettonband die jahrzehntelange Erfahrung von AGFA-GEVAERT in der Beschichtung photographischer Materialien zugute. Auf weniger als einen halben Tausendstel Millimeter genau wird heute die Magnetschicht auf die Folie aufgetragen, und das auf einer Länge von vielen tausend Kilometern. Das garantiert die stets gleichbleibende hohe Qualität der Agfa Magnettonbänder, die dem Amateur technisch hervorragende Aufnahmen ermöglichen.

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