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DTSF - Die Presse 2



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Tonbandfreunde in der Hessenschau

Am Sonntag, dem 15. Oktober 2006 gab es im hr-fernsehen in der Hessenschau zwischen 19:30 und 19:58 Uhr anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums und der 1200. Ausgabe der Hörzeitung "Darmstadt aktuell" einen Bericht über die Arbeit der Darmstädter Tonband- und Stereofreunde.



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Darmstadts aktuelle Stimme in der Dunkelheit

Seit 23 Jahren produzieren die Darmstädter Tonbandfreunde und Stereofreunde (DTSF) im Auftrag der Stadt eine Hörzeitung für Blinde - Verein feiert 50. Geburtstag


Am 21. Oktober 1956 trafen sich im Café Schiller in der Goethestraße mehrere Tonbandamateure und gründeten einen Verein. Nach vielen Stationen betreiben die DTSF seit 1998 dank der Mithilfe der Stadt ein professionelles Tonbandstudio im Keller des Justus-Liebig-Hauses. Jetzt erstellen sie zum 50. Geburtstag die 1200. Ausgabe der Hörzeitung:

17 Mitarbeiter des Vereins - Redakteure, Sprecher und Techniker - sind einmal wöchentlich im Einsatz und etliche der Ehrenamtlichen schon seit vielen Jahren: Die Darmstädter Tonband und Stereofreunde (DTSF) feiern am 21. Oktober ein rundes Jubiläum. Vor genau 50 Jahren gründeten mehrere Tonbandamateure den Verein, der seit 1986 jede Woche eine Hörzeitung erstellt.

"Darmstadt aktuell" bietet wöchentlich 90 Minuten lang Nachrichten, Berichte und Reportagen aus Darmstadt und Umgebung für Blinde und stark Sehbehinderte. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sammeln Nachrichten aus der regionalen Tageszeitung, bereiten sie auf und sprechen sie auf Tonbänder. Neben den Regionalnachrichten enthalten die Bänder aber auch Eigenproduktionen und Kommentare. Das Mutterband wird nach der Produktion an die "Stimme der Hoffnung" Darmstadt-Eberstadt und an die "Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e.V." nach Holzminden verschickt, dort vervielfältigt und an die Hörer versandt. Die DTSF haben derzeit 170 Abonennten.

Die wöchentliche Hörzeitung ist seit einigen Jahren aber auch einmal wöchentlich im Darmstädter Radiosender "Radar" zu hören: Immer donnerstags von 17 bis 17.45 Uhr (Nachrichten) und 20 bis 21 Uhr (Kultur) auf UKW 103,4 MHz, im Kabelnetz Darmstadt auf 99,85 MHz. Der Nachrichtenteil steht auch als Podcast zur Verfügung. Die Adresse des RSS-Feeds lautet: http://darmstadt-aktuell.podspot.de/rss

Die ursprüngliche Idee des Vereins war es, im Kreise Gleichgesinnter gemeinsam die technischen Möglichkeiten auf dem HiFi-Gebiet zu nutzen. Zuerst veranstalteten sie Wunschkonzerte für Senioren in Zusammenarbeit mit den Altenheimen der Stadt und des Landkreises. Aus ihrer Ideenkiste stammte auch die "Brücke zur Heimat": Mehr als 200 Deutsch-Portugiesen übermittelten ihre Musikwünsche nach Darmstadt, wo sie von den DTSF umgesetzt wurden. Die Deutsch-Iranische Gesellschaft kopierte bald diese Idee und gab Musikwünsche der rund 6000 Deutschen, die damals in Teheran lebten, in Darmstadt in Auftrag.

Ein anderes Projekt waren die Schiffsbänder: Tonbänder mit Musik und Informationen für die Besatzungen deutscher Handelsschiffe auf See, die vom Woog aus die Darmstädter Tonbandfreunde auf allen Weltmeeren bekannt machten. Stolz sind die ehrenamtlichen Helfer auch auf die vielen Auszeichnungen, die Mitglieder des Vereins in den vergangenen Jahrzehnten für eigene Hörspielproduktionen erhalten haben.

Die Stadt Darmstadt hat das Engagement der DTSF bereits 1993 mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet, das Land Hessen ehrte sie 2003 im Rahmen der Ehrenamtsinitiative. Am Sonntag (15.) sendet das hr-Fernsehen in der Hessenschau zwischen 19.30 und 19.58 Uhr einen Bericht über die 1200. Ausgabe der Hörzeutung "Darmstadt aktuell".

Die Darmstädter Tonband und Stereofreunde haben ihre Redaktionsräume und ihr Tonstudio im Justus-Liebig-Haus, Große Bachgasse 2A, Telefon: 997000. Vorsitzender Carsten Runge ist zu erreichen unter Telefon 359214. Mehr Informationen gibt es unter www.dtsf.de

da facto - Journal der Stadt Darmstadt - 11. Oktober 2006



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Die Stimmen in der Dunkelheit

Jubiläum: Seit 50 Jahren sind die Darmstädter Tonband- und Stereofreunde aktiv – Wöchentlich eine Hörkassette für Blinde

Alles muss passen – und zwar auf die Minute. Schließlich hat die Kassette mit der Hörzeitung „Darmstadt aktuell“ nur zwei Seiten mit jeweils 45 Minuten Spieldauer. Nachrichten, Anmoderationen, Textbeiträge, Einspielungen und nicht zu vergessen die Jingles, jene kurzen Erkennungsmelodien, die einzelne Themenbereiche einleiten, sollen ein abgerundetes Programm ergeben – Woche für Woche. Schließlich, betont Andrea Braun, „wissen wir ja, dass unsere Hörer auf jede neue Ausgabe warten.“

Blinde und sehbehinderte Menschen in Darmstadt und Umgebung sind die Abonnenten von „Darmstadt aktuell“. Seit 1983 produzieren die „Darmstädter Tonband- und Stereofreunde“ (DTSF) die regionale Nachrichtensendung für rund 170 Hörer. Zwar steht die Produktion der Hörzeitung heute im Fokus der Arbeit der rund 20 Aktiven. Doch in der nunmehr 50 Jahre währenden Vereinsgeschichte verdienten sich die Tonband- und Stereofreunde noch mit ganz anderen Aktivitäten Lob und Anerkennung.

Im Oktober 1956 traf sich erstmals eine Gruppe von Tonbandamateuren im Café Schiller in der Goethestraße. „Da ging es dann vor allem um die Technik“, berichtet Carsten Runge, seit Jahresbeginn Vorsitzender des DTSF. Neben dem Erfahrungsaustausch zu Tonbändern, Aufnahme- und Abspielgeräten bestimmte bald die Suche nach geeigneten Räumen das Vereinsgeschehen. Nach zahlreichen Standortwechseln konnten die Tonbandfreunde mit Unterstützung der Stadt Darmstadt 1998 Kellerräume im Justus-Liebig-Haus beziehen.

Dort befindet sich heute ein Regieraum mit der kompletten Technik und direktem Sichtkontakt in zwei kleinere Studios. Ein weiterer Studioraum für größere Projekte sowie ein Redaktionsraum für Besprechungen gehören ebenfalls dazu. Auch wenn lange Zeit die Bedingungen nicht so ideal wie heute waren, machte der DTSF mit seinen Produktionen über die Grenzen Darmstadts hinweg von sich reden: Für deutsche Auswanderer in Portugal und Iran wurden Tonbänder mit Musikwünschen zusammengestellt. „Schiffsbänder“ versorgten später Besatzungen deutscher Handelsschiffe mit Informationen und Musik aus der Heimat. Von den Tonbandfreunden produzierte Hörspiele wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Wunschkonzerte für Altenheimbewohner in Darmstadt und Umgebung lockten regelmäßig mehr als 300 Zuhörer.



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Bei der Produktion - Foto: Claus Völker 



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Aber zur Zeit ist „Darmstadt aktuell“ das Hauptprojekt. Denn „mehr ist aus organisatorischen und personellen Gründen schwer zu bewältigen“, sagt Carsten Runge. „Lediglich für den Darmstädter Blindenbund produzieren wir noch das Magazin ‚Gemeinsam‘, das viermal im Jahr über Vereinsaktivitäten berichtet.“

Für jede Ausgabe von „Darmstadt aktuell“ müssen Beiträge aus regionalen Tageszeitungen ausgewählt und für die Hörversion bearbeitet werden. Brigitte Schenk, Andrea Braun und Ute Willert wechseln sich bei der Auswahl der drei Schwerpunktthemen und der Nachrichten ab. Auch der Kulturteil „Schaufenster“ oder die monatlichen Interviews müssen vorbereitet werden. Für die wöchentliche Produktion wird das Redaktionsteam dann von weiteren Sprechern und Sprecherinnen unterstützt. Wer für welche Aufgabe zuständig ist, wird zuvor in einem detaillierten Einsatzplan festgelegt. Carsten Runge und Werner Simon wachen im Regieraum über die Aufnahme, kontrollieren die zahlreichen Anzeigen und Regler. Ziel ist, die 45 Minuten einer Kassettenseite an einem Stück aufzunehmen. Schließlich laufen jeweils fünf Aufnahmegeräte parallel.

„Die zu stoppen und alle wieder in die richtige Ausgangsposition zu bringen, kostet Zeit und Mühe“, berichtet Werner Simon, „und das machen wir nicht so gern. Versprecher, Hustenanfälle, Blackouts passieren natürlich trotzdem. Ein Sprechtraining haben die wenigsten absolviert. Dennoch läuft in der Regel alles wie am Schnürchen. Für rund zweieinhalb Stunden treffen sich die Tonbandfreunde normalerweise – dann ist alles auf Band. Vervielfältigt und an die Abonnenten verschickt werden die Aufnahmen durch den Verein „Stimme der Hoffnung“ in Eberstadt und die „Aktion Tonband-Zeitung für Blinde“ in Holzminden. Die Ausgaben werden zudem von Radio Radar ausgestrahlt. Bald steht das 1200. Programm zur Produktion an. Kein Wunder, dass die Tonbandfreunde für ihre kontinuierliche professionelle Arbeit auf ehrenamtlicher Basis schon mehrfach ausgezeichnet wurden: Von der Stadt Darmstadt wurde ihnen 1993 der Bürgerpreis verliehen. Das Land Hessen ehrte den DTSF 2003 im Rahmen der Ehrenamtsinitiative.

Einblick in seine Arbeit gewährt der DTSF jeden Montag, 19 Uhr, in der Bachgasse 2A. Telefonisch ist der DTSF unter der Rufnummer 99 70 00, per E-Mail unter mail@dtsf.de zu erreichen. Die Internetadresse lautet: www.dtsf.de.


Darmstädter Echo
Karin Walz
20.9.2006



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