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DTSF - Die Chronik



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Entstehung des Vereins

Am 21. Oktober 1956 trafen sich in Darmstadt im Café Schiller, Goethestraße, mehrere Tonbandamateure. Sie wollten im Kreise Gleichgesinnter Erfahrungen austauschen und gemeinsam die technischen Möglichkeiten auf dem HiFi-Gebiet nutzen

Sehr bald aber genügte der Treffpunkt, die Hinterräume des Cafés, nicht mehr den Ansprüchen. Man zog in einen Kellerraum unter dem Hauptbahnhof. Der Nachteil war für tonempfindliche Ohren und Geräte nicht zu überhören: Statt einer einwandfreien Tonproduktion gaben die Bänder nur "Werbung" für die Deutsche Bundesbahn wieder.

Auf der Suche nach einer neuen Bleibe machte man Station im Café Gutenberg, der Bockshaut, den PS-Stuben sowie der Jugendherberge. Doch stets blieb der Drang nach einer geeigneten Umgebung. Hier half dann die Stadt Darmstadt. Sie stellte dem Verein Räume im Haus der Mütterschule (später Familienbildungsstätte) in der Holzstraße zur Verfügung. Gern übernahmen die Tonbandfreunde dieses neue Heim und bauten mit viel Idealismus und unter erheblichem Einsatz eigener Mittel die Räume funktionsfähig aus. Das ehemalige Kühlhaus einer Metzgerei wurde zum Tonstudio.

In das Umbauprogramm wurden im Laufe eines Jahres ca. 30.000 DM investiert. Damit war ein modernes Studio vorhanden, in dem wettbewerbsfähige Produktionen hergestellt werden konnten. Neben dem Studio mit seiner professionellen Ausstattung schuf man aber auch ein gemütliches Vereinsheim mit Versammlungsraum und einer Barecke. Arbeit und Freude waren stets "stereophon" gemischt.

1998 zogen sie wieder um, die Darmstädter Tonband- und Stereofreunde. Aber nur wenige Meter bis zu den neuen, mit erheblichem Aufwand errichteten Studios und Produktionsstätten im Justus-Liebig-Haus, zu denen der Magistrat der Stadt Darmstadt den Aktiven verholfen hatte. Nicht nur als Dank für die in den letzten über vierzig Jahren geleistete Arbeit, sondern als Ausgleich für den Totalschaden durch die Abrissbirne, die sich an der Ecke Landgraf-Georg-Straße / Holzstraße zu schaffen machte.


 


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Arbeit und Projekte

In dem mit viel Aufwand errichteten Studio begannen bald die Produktionen.

In Zusammenarbeit mit den Altenheimen des Stadt- und Landkreises Darmstadt veranstalteten die Tonband- und Stereofreunde damals Wunschkonzerte für Senioren. Bis zuletzt wurden über 70 dieser Wunschkonzerte veranstaltet, die immer von durchschnittlich 300 Interessierten besucht wurden.

Aus der Ideenkiste der Tonbandfreunde stammte auch die" Brücke zur Heimat" Mehr als 200 Deutsch-Portugiesen übermittelten ihre Musikwünsche nach Darmstadt, wo sie die Darmstädter Tonband- und Stereofreunde umsetzten. Auf 4000 m Tonband ging die Musik dann nach Porto.

Das Echo von Presse und Rundfunk bestätigte den Erfolg dieser Aktion. Ermutigt durch den Anklang, den diese Aktion in Portugal gefunden hatte, veranstaltete der Verein unter der Schirmherrschaft der Lufthansa wenig später für die Deutsch-Iranische Gesellschaft in Teheran das 2. Wunschkonzert im Rahmen der "Brücke zur Heimat".

In Teheran lebten damals rund 6000 Deutsche, denen ebenfalls sehr daran gelegen war, den Kontakt zur Heimat nicht abreißen zu lassen. Die Deutsch-Iranische Gesellschaft gab die Musikwünsche den Tonbandfreunden in Darmstadt in Auftrag.

Ein anderes Projekt, das an dieser Stelle zu erwähnen wäre, war die Erstellung der sogenannten "Schiffsbänder". Es handelte sich dabei um Tonbänder mit Musik und Informationen für die Besatzungen deutscher Handelsschiffe auf See. Dadurch wurden die Darmstädter Tonband- und Stereofreunde gleichsam auf allen Weltmeeren bekannt. Die im Studio zusammengestellten Tonbänder für unsere Seeleute brachten unzählige Dankschreiben und immer neue Wünsche.

Mehr als 400 deutsche und ausländische Zeitungen berichteten über die "Schiffsbänder" der Darmstädter Tonband- und Stereofreunde.

Um gute Tonqualität garantieren zu können, bedarf es weitreichender und umfassender Information über technische Neuerungen. Hier knüpfte der Verein dauerhafte Verbindungen zur Industrie und zu Ausstellern auf den Fachmessen. So entsandte der Verein regelmäßig mindestens ein Mitglied zu Messen und Ausstellungen, um sich in direkten Gesprächen über technische Neuheiten zu informieren. Das dem Verein angeschlossene "Jugend-Freizeitstudio" wurde so in die Lage versetzt, den jungen Interessenten wesentliche Anregungen weiterzugehen. Hieran hat sich bis heute nichts geändert.

Die technischen Verbesserungen waren im Laufe der Jahre vor allem für einen Sektor der Vereinsarbeit von großem Nutzen: Die Hörspielproduktion. Hier leistete der Verein Beachtliches. Es waren vor allen Dingen die Kurzhörspiele, mit denen die Darmstädter Tonband- und Stereofreunde bei nationalen und internationalen Wettbewerben viele Preise gewannen. So errang der Verein allein beim Festival in Köln (1968) fünf von dreizehn zu vergebende Preisen. Ähnlich war es ein Jahr später. In Bremen erreichten die Stücke aus Darmstadt die ersten drei Platzierungen. Stolz sind die Mitglieder unter anderem auch auf das "Goldene Tonband" von Zürich.

Zu erwähnen sei bei diesen Hörspielen, dass die Tonbandfreunde alles selbst produzierten: Einer verwirklichte seine Idee in einem Drehbuch; sodann wurden geeignete Sprecher aus den Reihen der Mitglieder gewählt; unter der Leitung eines Regisseurs wurde geprobt, bis schließlich unter der strengen Kontrolle der Techniker das Stück Gestalt annahm. Solche Leistung fand bei den Juroren der nationalen Wettbewerbe hohe Anerkennung. Man kam zu dem Ergebnis, die vorgestellten Stücke hätten Rundfunkqualität. Ein schöneres Lob konnte sich der Verein nicht wünschen. Einige der Hörspiele wurden dann auch im Rundfunk gesendet, so die "Loreley" und "Zweimal Obrigkeit".

Aber es gab noch weitere, nicht minder interessante Produktionen. Da wären ein Experimentiervortrag mit Tonbildschau im Gasthaus "Zur goldenen Krone" zu nennen sowie das Krankenhausprogramm "Darmstädter Magazin" und nicht zuletzt die Vortragsreihen der Herbst-Winter-Saison, bestritten von einzelnen Mitgliedern. Neben dem "ABC für Tonbandfreunde" (Technische Anleitungen für interessierte Jugendliche) leistete der Verein vor etlichen Jahren bereits Pionierarbeit auf dem Gebiet des heute so beliebten Sprachlabors. Für die Schülerinnen der Alice-Eleonoren-Schule in Darmstadt wurde der Englischunterricht dank eines speziellen Tonbandsystems attraktiver. Daneben testete der Verein Messeneuheiten und unterzog sie einer kritischen Prüfung, beschallte Großveranstaltungen wie Auto- und Motorradrennen, lud von Zeit zu Zeit die Vertreter der fahrenden HiFi-Industrie zu technischen Demonstrationen in seine Vereinsräume ein und führte eigene Demonstrationen durch.

Wen wundert es bei all den vielseitigen Projekten, dass der Verein der Darmstädter Tonband- und Stereofreunde nicht nur in Darmstadt und Umgebung bestens bekannt war und ist. Selbst der Hessische Rundfunk und RTL bekundeten ihr Interesse und brachten Reportagen über die Arbeit des Vereins.

Die Tonbandfreunde "leben" von den Mitgliedsbeiträgen und von der Arbeit, Diavorträgen, Filmvertonungen, Tonaufnahmen für Interpreten, für die heimische Gewerbeschau, fürs Privattheater und auch fürs Privatarchiv.


 


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Die Hörzeitung

Als Höhepunkt der seitherigen Arbeit ist zweifelsohne die wöchentliche Herausgabe der Hörzeitung "Darmstadt aktuell" für Sehbehinderte, Blinde und alle, die aus welchen Gründen auch immer keine Zeitung lesen können zu betrachten.

Etwa 14 Mitarbeiter (Redakteure, Sprecher und Techniker) sind einmal wöchentlich ehrenamtlich im Einsatz, um die Nachrichten aus der regionalen Tageszeitung zu sammeln, aufzubereiten und zu sprechen. Anschließend wird das Mutterband an die "Stimme der Hoffnung" Darmstadt-Eberstadt und an die "Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e.V." nach Holzminden geschickt, dort vervielfältigt und an die Hörer versandt. Seit April 2000 wird die Hörzeitung wöchentlich auf Radio Darmstadt gesendet, so dass auch andere interessierte die Hörzeitung "Darmstadt aktuell" hören können.

Neben den Regionalnachrichten wird das Band mit Eigenproduktionen und Kommentaren illustriert. Ein Wöchentliches "Schaufenster" mit Magazin, Berichten und Reportagen belebte bis Ende 2010 das Programm.

Anfangs zweifelten viele Tonbandfreunde daran, ob eine ständige ehrenamtliche Arbeit auf Dauer möglich wäre. Heute wissen wir jedoch, dass die "Personalfluktuation" einem Permanentinteresse gewichen ist. Jeder Mitarbeiter verteidigt mit Akribie und durch Leistung seinen Platz in dieser fleißigen, kameradschaftlichen Gemeinschaft.


 


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Die Chronik zum anhören:

   Die Chronik der DTSF (Download)



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